Archiv · Person

1891 fuhr er bei Bordeaux–Paris aufs Podium, zehn Jahre später gehörte er zur Spitze der britischen Automobilindustrie. An ihm lässt sich der Wechsel der Verkehrsmittel an einer Biografie ablesen.

Person und Forschungsfrage

Selwyn Francis Edge (1868–1940) kam als Kind aus Australien nach England und fuhr für den North Road Club. Er gehörte zu den vier Briten, die 1891 die ersten Plätze von Bordeaux–Paris belegten – hinter Mills und Holbein. Leitfrage: Was wurde aus den Distanzfahrern, als das Automobil kam?

Bezug zum Distanzfahren

Die britische Beteiligung an der ersten Bordeaux–Paris war kein Zufall, sondern Ausdruck einer eigenen Straßenkultur: Rekordfahrten statt Rennen, der North Road Club als Träger, Land’s End – John o’Groats als Maßstab. Edge brachte diese Praxis nach Frankreich mit.

Danach wechselte er das Fahrzeug, nicht das Metier: Er wurde Rennfahrer und Unternehmer im Automobilbau und gewann 1902 den Gordon-Bennett-Cup. Dieselbe Bewegung zeigt die Roads Improvement Association auf der Ebene der Institutionen und Pierre Giffard auf der des Veranstalters. Siehe Das Fahrrad als Verkehrsmittel der Moderne.

Was offen bleibt

Edges Platzierung von 1891 wird unterschiedlich angegeben; dieses Archiv führt ihn bei Bordeaux–Paris unter den ersten vier, ohne feste Reihenfolge. Zu prüfen sind außerdem seine Zeiten, seine Rolle im North Road Club und der Zeitpunkt des Wechsels zum Automobil. Angaben zur Person bisher ohne Erstquelle.

Verwandt: George Pilkington Mills · North Road Club · Roads Improvement Association
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