Die wichtigsten Informationen
Oberflächenprofil
Gravel bedeutet Weite – und genau das prägt die Distanzradfahrt Basel–Kleve.
Zwischen Rhein, Schwarzwaldrand und Niederrhein erwartet dich eine Route, die fließt: lange Schotterachsen, ruhige Flussdämme, Waldpassagen und endlose Geraden durch Felder und Auen.
Die Strecke ist abwechslungsreich, aber nie extrem: kein alpines Gelände, keine Wurzeltrails, keine Schiebeorgien. Stattdessen findest du den perfekten Rhythmus zwischen Tempo und Ruhe – mal zügig rollend entlang des Rheins,
mal einsam im Nebel der Flussniederungen.
Vielbefahrene Straßen meidet die Linie konsequent. Du überquerst sie höchstens kurz, bevor sie wieder verschwindet – und du zurückkehrst in jene Zwischenräume, in denen der Gravel seinen Reiz entfaltet: still, weit, unaufgeregt.
Direkt in den Tracks hinterlegen wir Versorgungspunkte als POIs – von Supermärkten und Tankstellen bis zu Schutzhütten und Bäckereien. So bleibst du selbstständig unterwegs, aber nie ganz allein.
Dein Rad: die Materialanforderungen
Für die Distanzradfahrt Basel–Kleve empfiehlt sich ein robustes, komfortables Gravel-Setup, das lange Distanzen und wechselnde Untergründe souverän meistert. Die Route ist grundsätzlich rollend,
doch mit ihrem Mix aus Schotter, Waldwegen und alten Dämmen fordert sie Material und Fahrer gleichermaßen.
Wir empfehlen Reifen ab 38 mm Breite – ideal sind 40–45 mm mit gutem Pannenschutz. Breitere Pneus bringen zusätzlichen Komfort auf langen Geraden und geben Sicherheit, wenn die Wege ruppig oder bei Regen aufgeweicht
sind. Mit reinen Semislicks bist du hier zu kompromisslos unterwegs – besonders auf feuchten Waldabschnitten oder grobem Schotter.
Bei der Übersetzung solltest du auf eine solide Untersetzung setzen. Steile Rampen wie in den Mittelgebirgsübergängen oder am Schwarzwaldrand sind kurz, aber fordernd. Eine Kombination aus kleinen Kettenblättern
und großem Ritzelpaket schont Kraftreserven und hält dich auch nach 400 Kilometern noch flüssig im Tritt.
Faustregel: Je vielseitiger dein Setup, desto entspannter die Fahrt. Basel–Kleve belohnt das, was in der Pionierzeit schon galt – Technik, die funktioniert, wenn es darauf ankommt.
Anreise
Start in Basel
Der Startpunkt liegt im Herzen Basels – zwischen Rhein, Altstadt und Schwarzwaldrand. Die Stadt ist idealer Ausgangspunkt für eine Distanzfahrt: hervorragend angebunden, fahrradfreundlich, weltoffen. Vom Bahnhof Basel SBB sind es nur wenige Minuten bis zum Startbereich; wer möchte, kann den Morgen noch mit Blick auf den Rhein oder einem Kaffee in der Altstadt beginnen.
Basel ist perfekt erreichbar – per Bahn, Fernbus oder Rad.
Täglich verkehren internationale Züge aus Deutschland, Frankreich, Österreich und der Schweiz. Auch Nachtzüge, etwa über Zürich oder Freiburg, sind eine bequeme Option für die stressfreie Anreise mit Rad.
Bahn & Bike – funktioniert, wenn man es richtig plant:
- Direktverbindungen gibt es u. a. von Berlin, Frankfurt, Hamburg, Wien und Zürich.
- Die SBB bietet im Nahverkehr flexible Fahrradmitnahme; für internationale Züge empfehlen sich Reservierungen – am besten direkt über SBB, ÖBB oder Trenitalia,
da dort meist verlässlichere Buchungssysteme bestehen als über die Deutsche Bahn. - Nightjet-Verbindungen (z. B. Wien–Zürich–Basel oder Hamburg–Basel) sind ideal für die entspannte Anreise mit Gepäck und Rad.
Alternativ: Fernbus & Bike.
Fernbusse (z. B. FlixBus) verbinden Basel regelmäßig mit deutschen Städten – die Fahrradmitnahme ist bei der Buchung wählbar. Gerade für Fahrer:innen aus dem Westen oder Süden Deutschlands ist das eine unkomplizierte und
preiswerte Option.
Vor Ort:
Basel verfügt über ein gut ausgebautes Radwegenetz, zahlreiche Fahrradläden und Unterkünfte, die auf Radsportreisende eingestellt sind. Die Stadt selbst ist Teil der Basler Velostrategie und damit Symbol
für eine moderne, nachhaltige Mobilität – genau der richtige Ort, um auf historischen Spuren neu zu starten.
Unterbringung
Unterkunft in Basel
Die Unterbringungsmöglichkeiten in Basel sind vielfältig – von Boutiquehotels über einfache Hostels bis zu Campingplätzen direkt am Rhein.
Als Grenzstadt zwischen Schweiz, Deutschland und Frankreich ist Basel bestens auf internationale Gäste eingestellt – auch mit Rad.
Sehr gute Erfahrungen haben wir bei vergangenen Besuchen mit dem
Hotel Odelya Basel gemacht – zentral gelegen, fahrradfreundlich und mit einem Frühstück, das jeden Bikepacker glücklich macht.
Ebenfalls empfehlenswert: das
Hyve Hostel Basel, nur wenige Minuten vom
Bahnhof Basel SBB entfernt, mit sicherer Fahrradaufbewahrung und entspannter Atmosphäre.
Für alle, die lieber unter freiem Himmel schlafen:
Camping Waldhort in Reinach (Basel-Landschaft) liegt ruhig am Waldrand, nur rund 8 km vom Stadtzentrum entfernt.
Große Zeltwiesen, gepflegte Sanitäranlagen und ein angenehmes, radfreundliches Umfeld machen ihn zur besten Wahl für Bikepacker:innen.
Er ist bequem per Rad oder Tram erreichbar – und perfekt, um am Vortag der Fahrt nochmal tief durchzuatmen.
Alternativ bietet sich das
Camping und Schwimmbad am Rhein in Kaiseraugst an – direkt am Fluss, mit Zugang zum
Rheinradweg EuroVelo 15 und rund 15 km vom Startpunkt entfernt.
Hier kann man sich im Wasser erfrischen, im Restaurant essen oder einfach am Ufer entspannen.
Übernachtung während der Fahrt
Selbstversorgung und Übernachtung – Basel–Kleve
Bei der Distanzradfahrt Basel–Kleve handelt es sich um eine Selbstversorgerfahrt.
Das bedeutet: Ihr seid selbst verantwortlich für Eure Verpflegung, Übernachtung und Pausengestaltung. Ob Ihr lieber spontan mit der Hängematte im Grünen rastet oder Euch in ein Gasthaus oder Hotel einquartiert,
ist Eure freie Entscheidung.
Der Kodex solcher Fahrten sieht jedoch vor, dass Übernachtungen nicht im Voraus von zu Hause aus gebucht werden, sondern frühestens unterwegs. Lasst Euch also auf das Abenteuer ein und reagiert
flexibel auf Wetter, Strecke und Tagesform.
Wir geben Euch in der Strecken-Mail ausführliche Empfehlungen zu Pausen-, Verpflegungs- und Übernachtungspunkten entlang der Route – vom einfachen Zeltplatz am Rhein bis zur kleinen Pension
im Münsterland.
Wir können allerdings nicht garantieren, dass diese jederzeit verfügbar sind. Achtet daher darauf, rechtzeitig einen geeigneten Schlafplatz zu finden und haltet immer einen Plan B bereit.
Ein paar Hinweise zu den Ländern entlang der Strecke:
- In der Schweiz und in Baden-Württemberg ist Wildcampen grundsätzlich nicht erlaubt.
- In Rheinland-Pfalz und NRW wird es teils toleriert, sofern Ihr unauffällig und ohne Spuren zu hinterlassen biwakiert – aber das geschieht auf eigene Verantwortung.
- Campingplätze entlang des Rheins sind häufig und meist auch kurzfristig verfügbar.
Bleibt bitte respektvoll gegenüber Natur, Anwohner:innen und Landbesitzern. Der Geist der Distanzfahrt lebt von Eigenständigkeit, Rücksicht und Improvisation.
Abreise
Kleve & Rückreise
Kleve ist der nördliche Schlusspunkt der Distanzfahrt Basel–Kleve – ruhig gelegen, aber bestens angebunden für die Heimreise mit oder ohne Rad.
Egal, ob Ihr nach Süden zurück müsst oder weiter Richtung Niederlande rollt: Von Kleve aus kommt Ihr unkompliziert weg.
Rückreisemöglichkeiten
- Bahn (DB / Abellio / NIAG)
Regelmäßige Regionalverbindungen ab Kleve Hbf Richtung Duisburg, Köln oder Düsseldorf.
Von dort aus bestehen Fernzug- und Nachtzuganschlüsse in alle Richtungen.
Fahrradmitnahme ist in den Regionalzügen in der Regel problemlos möglich – eine NRW-Fahrradtageskarte reicht aus.
👉
www.bahn.de - Fernbusse
Nahegelegene Fernbusverbindungen gibt es ab Nimwegen (NL) oder Duisburg / Düsseldorf.
Dort fahren Busse Richtung Süddeutschland, Schweiz und Österreich.
Fahrradmitnahme ist bei Anbietern wie FlixBus gegen Aufpreis und Reservierung möglich.
👉
www.flixbus.de - Weiterfahrt per Rad
Wer noch nicht genug hat, kann von Kleve aus flach durch die Niederlande rollen – Richtung Arnheim, Nimwegen oder weiter an die Nordsee.
Entspannte Radwege, Campingplätze und Bahnhöfe liegen dicht beieinander.
Finisherparty in Meerbusch
Nach der Ankunft in Kleve führt der letzte Abschnitt für viele noch einmal Richtung Süden:
Am folgenden Tag feiern wir gemeinsam die Finisherparty beim Cycle Collective in Meerbusch – in entspannter Atmosphäre, mit kalten Getränken, Musik und bekannten Gesichtern.
📍 Cycle Collective Meerbusch
www.cycle-collective.de
Die Anfahrt dorthin ist einfach:
Mit dem Zug ab Kleve → Düsseldorf → Meerbusch-Osterath oder mit dem Rad über den Niederrhein-Radweg (ca. 100 km, flach und angenehm).
Tipp zur Planung
Plant bei der Rückreise etwas Zeitpuffer ein, besonders wenn Ihr Euer Rad mitnehmt – Fahrradplätze in Fernzügen sind oft schnell ausgebucht.
Wer spontan unterwegs ist, hat mit Regionalzügen oder Fernbussen meist die größte Flexibilität.
Und wer’s gemütlich ausklingen lassen will:
Bleibt einen Tag länger, lasst den Rhein noch einmal hinter Euch und stoßt in Meerbusch mit der Grevet-Crew an.
Die einzelnen Streckenabschnitte
Die Distanzradfahrt Basel–Kleve führt über rund 750 Kilometer entlang des Rheins – vom Alpenrand bis zum Niederrhein, durch drei Länder, über Kulturgrenzen hinweg. Eine Route*, die Weite atmet: von Basels Altstadt
bis zur Schwanenburg in Kleve. Fluss, Geschichte, Landschaft – alles in Bewegung.
Abschnitt 1: Startort Basel
Startpunkt ist das Herz der Stadt Basel, wo sich die Kultur dreier Länder kreuzt: Schweiz, Frankreich, Deutschland. Zwischen Altstadtgassen, Rheinpromenade und den ersten Hügeln des Schwarzwalds beginnt Deine Fahrt.
Basel empfängt Dich mit Weltoffenheit und Geschichte – Museen, moderne Architektur und der Duft von Kaffee aus den Straßen der Kleinbasler Cafés. Doch kaum rollst Du über den Rhein, öffnet sich die Landschaft: breite Flusstäler,
Wiesen, Weinberge – ein sanfter Auftakt, der den Geist der Strecke spürbar macht.
Abschnitt 2: Oberrheinebene – Weite und Rhythmus
Hinter der Stadt beginnt die Linie zu fließen. Du folgst dem Rhein nordwärts, auf Wirtschaftswegen, stillen Dämmen und feinen Schotterachsen.
Die Strecke führt durch das Markgräflerland, vorbei an Weinbergen und kleinen Dörfern, dann weiter in Richtung Breisgau. Hier spürst Du den Charakter des Gravelns: gleichmäßiger Tritt, leises Rollen, Wind
im Gesicht.
Die Region ist offen, freundlich, flach – aber nie langweilig. Alte Flussschleifen, Seitenarme und Auen machen die Route lebendig. Unterwegs bieten sich viele kleine Dörfer für Pausen an – Bäckereien, Brunnen, Schatten unter
alten Kastanien.
Abschnitt 3: Zwischen Schwarzwald und Rheinufer
Je weiter Du nach Norden fährst, desto stärker wechselt der Rhythmus. Die Strecke führt über leicht ansteigende Waldpassagen, folgt stillen Forstwegen und führt Dich an den Rand des Schwarzwalds.
Hier riecht die Luft nach Harz und feuchtem Laub, die Schotterpisten wechseln mit festen Waldwegen, ab und zu öffnet sich der Blick auf den Rhein – ein Panorama aus Wasser, Wäldern und Dunst.
Wer möchte, kann in Rastatt oder Karlsruhe kurz rasten, Nachschub holen oder einfach den Kopf ausrollen lassen. Die Route bleibt flach, aber fordert Ausdauer: ein mentales Spiel aus Gleichmäßigkeit und Konzentration.
Abschnitt 4: Mittelrhein – zwischen Industrie und Geschichte
In der Region um Speyer und Worms verschmilzt die Strecke mit der großen Erzählung des Rheins: Kathedralen, Brücken, alte Werften, Weinorte. Hier trifft Natur auf Industrie, Vergangenheit auf Gegenwart.
Die Strecke nutzt alte Leinpfade, ehemalige Bahntrassen und ruhige Nebenwege. Wer aufmerksam fährt, spürt, dass dieser Abschnitt mehr ist als Geografie – es ist ein Stück Kulturgeschichte Europas auf zwei Rädern.
Abschnitt 5: Rhein-Main bis Niederrhein – Landschaft im Wandel
Ab dem Raum Mainz/Frankfurt wechselt das Bild. Die Strecke folgt weiterhin dem Flusslauf, doch der Charakter wird urbaner. Du durchquerst die Ausläufer des Taunus, passierst Städte mit langer
Radsporttradition – Mainz, Darmstadt, Rüsselsheim – Orte, an denen Technik, Industrie und Bewegung schon im 19. Jahrhundert eng miteinander verflochten waren.
Zwischen den modernen Glasfassaden und alten Industrieanlagen liegt ein Stück vergessene Geschichte: die Opel-Rennbahn in Rüsselsheim.
Sie war sie eine der modernsten Rad- und Automobilrennbahnen Europas – Schauplatz von Weltrekorden, Motorenexperimenten und Geschwindigkeitsträumen. Heute ist sie ein Lost Place, halb überwachsen, halb
erhalten – ein Denkmal für den Übergang von Muskelkraft zu Motorkraft. Wer genau hinsieht, erkennt noch die Konturen der alten Steilkurven, auf denen einst Fritz von Opel und andere Pioniere ihre Runden drehten – mit
Benzin im Blut, aber mit Wurzeln im Radsport.
Hier schließt sich ein Kreis: Basel–Kleve war einst Bühne für den Aufbruch der Radtechnik – und führte indirekt in jene Epoche, in der sich das Rad zum Motor wandelte. Heute, im Zeichen der Mobilitätswende, ist diese Passage
ein stiller Kommentar: zurück zum Ursprung, aber mit neuem Bewusstsein.
Danach führt die Route weiter über ruhigere Abschnitte entlang des Mittelrheins. Die Nächte sind lang, die Wege klar, die Versorgungspunkte dicht. Tankstellen, Bäckereien und Schutzhütten liegen entlang der Strecke – ideal
für Nachtfahrten oder späte Etappen, getragen vom gleichmäßigen Rhythmus des Flusses.
Abschnitt 6: Niederrhein – das Land der Horizonte
Je näher Du Kleve kommst, desto weiter öffnet sich der Himmel. Der Wind wird spürbar, die Landschaft flach und offen. Felder, Alleen, kleine Dörfer – eine stille, ehrliche Weite.
Der Rhein ist hier kein Strom der Alpen mehr, sondern ein breiter, ruhiger Begleiter. In dieser Stille liegt eine eigene Kraft: die Ruhe nach Tagen der Bewegung. Wer frühmorgens oder in der Dämmerung fährt, erlebt Lichtspiele,
die an alte Malerei erinnern – Grau, Gold, Nebel, Weite.
Abschnitt 7: Zielort Kleve – Ankunft am Niederrhein
Die letzten Kilometer führen durch Wälder und Felder, dann taucht sie auf: die Schwanenburg, hoch über der Stadt Kleve. Sie markiert das Ziel – und den symbolischen Schlusspunkt einer Linie, die quer durchs
Reich führte.
Was Dich hier erwartet, ist kein Podium, sondern ein Gefühl: Ankommen.
Ein Ort, an dem Geschichte, Landschaft und Anstrengung zusammenfallen.
Ein Blick hinauf zur Burg, ein tiefer Atemzug, vielleicht ein Kaffee am Marktplatz – und das Wissen: Du hast das geschafft, was schon 1894 ein Mythos war.
Nicht weitentfernt in Meerbusch wartet bereits die Finisher Party auf Dich. Mit einem besonderen Ort für alle, die auf zwei Rädern unterwegs sind: dem
Cycle Collective. Hier triffst Du Gleichgesinnte, findest Espresso, Werkzeug, Geschichten und das Gefühl, dazuzugehören.






