827 Kilometer – den Römern und dem Rhein nach Norden folgen.
Finisherparty: Termin und Ort folgen
Basel–Kleve: den Rhein hinab, auf der Linie von 1894
1894 fuhren die Pioniere 620 Kilometer vom Oberrhein an den Niederrhein, in einem Zug; der neunzehnjährige Fritz Opel gewann in 27 Stunden und 50 Minuten. Der Supergrevet folgt dem Rhein heute auf eigenen Wegen: über den Schwarzwald zum Schauinsland, durch die Oberrheinebene, über den Hunsrück und in die Weite des Niederrheins bis Kleve. Selbstversorgt, ohne Wertung, mit einem gemeinsamen Start in Basel.

Route · Anforderungen & Ablauf · Leistungen · Anmeldung · Geschichte
Auf einen Blick: Basel–Kleve 2027
Sa, 25. September 2027 · Basel → Kleve · rund 830 km und 4.600 hm · Solo ab 250 € · Gruppen ab 230 € p. P. · zzgl. 50 € Tracker-Pfand
Alle Eckdaten, Pflichten und Anspruch
| Start | Samstag, 25. September 2027, 10 Uhr, Basel (Kleinbasel) |
| Vorabend | Freitag, 24. September, Basel – Anreise am Freitag erforderlich: Check-in und Tracker-Ausgabe sind verpflichtend, das übrige Vorabendprogramm ist freiwillig (Ort und Zeitfenster folgen) |
| Strecke | rund 830 km und 4.600 hm mit zwei Höhenblöcken, selbstversorgt, gemeinsamer Start, keine Wertung – Referenzlinie 2026, für 2027 neu geprüft |
| Ziel | Kleve, Zielort folgt · kein formaler Zielschluss · Finisherparty als offizielles Ende: Termin und Ort folgen |
| Startplatz | Solo 250 € bis 28. Februar 2027, danach 265 € · Duo 245 € und Quartett 230 € pro Person – jeweils zzgl. 50 € Tracker-Pfand (rückzahlbar) |
| Anmeldung | geöffnet – jetzt Startplatz sichern → |
| Anspruch | Die Linien sind so angelegt, dass Fahrer:innen, die zuvor eine Grevet-Serie erfolgreich durchlaufen haben, eine realistische Chance haben, sie bis zur Finisherparty zu beenden. Eine Erfolgsgarantie ist das nicht. |
| Pflicht | unter anderem Reifen ab 35 mm, Licht, Ausrüstung für ein Notbiwak, Warnweste in Frankreich außerorts bei Dunkelheit, Versicherung mit Bergung und Rückholung, Ausweis (AGB Ziff. 11 und 20) · ärztliche Bescheinigung empfohlen · Empfehlung: Bikefitting für eine gute Sitzposition · mehr unter Rad & Ausrüstung und Vorbereitung |
Fragen zu Fahrt, Vorbereitung oder Ausrüstung? Schreib uns über das Kontaktformular – gern mit ein paar Sätzen zu Deinem Hintergrund. Wir beraten Dich persönlich.
Verlauf, Länge und Höhenmeter können sich bis zum Start noch ändern, etwa nach Testfahrten oder wegen Sperrungen. Den finalen Track gibt es in der Eventwoche. Maßgeblich sind die AGB.
Die wichtigsten Informationen


Anreise am Vorabend
Wir gehen davon aus, dass Ihr bereits am Vorabend, Freitag den 24. September, in Basel ankommt – damit Ihr am Samstag ausgeschlafen und ohne Zeitdruck an den Start geht. Ort, Uhrzeit und Ablauf des Vorabendprogramms geben wir rechtzeitig bekannt. Am Vorabend finden auch Check-in und Tracker-Ausgabe statt; Anreise und Check-in am Freitag sind verpflichtend – ohne Freitags-Check-in und Tracker-Ausgabe ist kein Start möglich.Start in Basel
Der Start ist in Kleinbasel, nahe am Rhein; den genauen Startpunkt geben wir rechtzeitig vor dem Start bekannt. Die Stadt ist idealer Ausgangspunkt für eine Distanzfahrt: hervorragend angebunden, fahrradfreundlich, weltoffen. Vom Bahnhof Basel SBB sind es nur wenige Minuten bis zum Startbereich; wer möchte, kann den Morgen noch mit Blick auf den Rhein oder einem Kaffee in der Altstadt beginnen. Basel ist perfekt erreichbar – per Bahn, Fernbus oder Rad. Täglich verkehren internationale Züge aus Deutschland, Frankreich, Österreich und der Schweiz. Auch Nachtzüge, etwa über Zürich oder Freiburg, sind eine bequeme Option für die stressfreie Anreise mit Rad. Bahn & Bike – funktioniert, wenn man es richtig plant:- Direktverbindungen gibt es u. a. von Berlin, Frankfurt, Hamburg, Wien und Zürich.
- Die SBB bietet im Nahverkehr flexible Fahrradmitnahme; für internationale Züge empfehlen sich Reservierungen – am besten direkt über SBB, ÖBB oder Trenitalia, da dort meist verlässlichere Buchungssysteme bestehen als über die Deutsche Bahn.
- Nightjet-Verbindungen (z. B. Wien–Zürich–Basel oder Hamburg–Basel) sind ideal für die entspannte Anreise mit Gepäck und Rad.
Unterkunft in Basel
Die Unterbringungsmöglichkeiten in Basel sind vielfältig – von Boutiquehotels über einfache Hostels bis zu Campingplätzen direkt am Rhein. Als Grenzstadt zwischen Schweiz, Deutschland und Frankreich ist Basel bestens auf internationale Gäste eingestellt – auch mit Rad. Sehr gute Erfahrungen haben wir bei vergangenen Besuchen mit dem Hotel Odelya Basel gemacht – zentral gelegen, fahrradfreundlich und mit einem Frühstück, das alle Bikepacker:innen glücklich macht. Ebenfalls empfehlenswert: das Hyve Hostel Basel, nur wenige Minuten vom Bahnhof Basel SBB entfernt, mit sicherer Fahrradaufbewahrung und entspannter Atmosphäre.Für alle, die lieber unter freiem Himmel schlafen:
Camping Waldhort in Reinach (Basel-Landschaft) liegt ruhig am Waldrand, nur rund 8 km vom Stadtzentrum entfernt. Große Zeltwiesen, gepflegte Sanitäranlagen und ein angenehmes, radfreundliches Umfeld machen ihn zur besten Wahl für Bikepacker:innen. Er ist bequem per Rad oder Tram erreichbar – und perfekt, um am Vortag der Fahrt nochmal tief durchzuatmen. Alternativ bietet sich das Camping und Schwimmbad am Rhein in Kaiseraugst an – direkt am Fluss, mit Zugang zum Rheinradweg EuroVelo 15 und rund 15 km vom Startpunkt entfernt. Hier kann man sich im Wasser erfrischen, im Restaurant essen oder einfach am Ufer entspannen.Selbstversorgung und Übernachtung – Basel–Kleve
Bei der Distanzradfahrt Basel–Kleve handelt es sich um eine Selbstversorgerfahrt. Das bedeutet: Ihr seid selbst verantwortlich für Eure Verpflegung, Übernachtung und Pausengestaltung. Ob Ihr lieber spontan mit der Hängematte im Grünen rastet oder Euch in ein Gasthaus oder Hotel einquartiert, ist Eure freie Entscheidung. Der Kodex solcher Fahrten sieht jedoch vor, dass Übernachtungen nicht im Voraus von zu Hause aus gebucht werden, sondern frühestens unterwegs. Lasst Euch also auf das Abenteuer ein und reagiert flexibel auf Wetter, Strecke und Tagesform. Wir geben Euch in der Strecken-Mail ausführliche Empfehlungen zu Pausen-, Verpflegungs- und Übernachtungspunkten entlang der Route – vom einfachen Zeltplatz am Rhein bis zur kleinen Pension im Münsterland. Wir können allerdings nicht garantieren, dass diese jederzeit verfügbar sind. Achtet daher darauf, rechtzeitig einen geeigneten Schlafplatz zu finden und haltet immer einen Plan B bereit. Ein paar Hinweise zu den Ländern entlang der Strecke:- In der Schweiz und in Baden-Württemberg ist Wildcampen grundsätzlich nicht erlaubt.
- In Rheinland-Pfalz und NRW wird es teils toleriert, sofern Ihr unauffällig und ohne Spuren zu hinterlassen biwakiert – aber das geschieht auf eigene Verantwortung.
- Campingplätze entlang des Rheins sind häufig und meist auch kurzfristig verfügbar.
Kleve & Rückreise
Kleve ist der nördliche Schlusspunkt der Distanzfahrt Basel–Kleve – ruhig gelegen, aber bestens angebunden für die Heimreise mit oder ohne Rad. Egal, ob Ihr nach Süden zurück müsst oder weiter Richtung Niederlande rollt: Von Kleve aus kommt Ihr unkompliziert weg.Rückreisemöglichkeiten
- Bahn (DB / Abellio / NIAG)Regelmäßige Regionalverbindungen ab Kleve Hbf Richtung Duisburg, Köln oder Düsseldorf.Von dort aus bestehen Fernzug- und Nachtzuganschlüsse in alle Richtungen.Fahrradmitnahme ist in den Regionalzügen in der Regel problemlos möglich – eine NRW-Fahrradtageskarte reicht aus.
www.bahn.de
- FernbusseNahegelegene Fernbusverbindungen gibt es ab Nimwegen (NL) oder Duisburg / Düsseldorf.Dort fahren Busse Richtung Süddeutschland, Schweiz und Österreich.Fahrradmitnahme ist bei Anbietern wie FlixBus gegen Aufpreis und Reservierung möglich.
www.flixbus.de
- Weiterfahrt per RadWer noch nicht genug hat, kann von Kleve aus flach durch die Niederlande rollen – Richtung Arnheim, Nimwegen oder weiter an die Nordsee.Entspannte Radwege, Campingplätze und Bahnhöfe liegen dicht beieinander.
Finisherparty
2026 haben wir die Finisherparty beim Cycle Collective in Meerbusch gefeiert. Termin und Ort der Finisherparty 2027 geben wir rechtzeitig bekannt.Tipp zur Planung
Plane bei der Rückreise etwas Zeitpuffer ein, besonders mit Rad – Fahrradplätze in Fernzügen sind reservierungspflichtig und oft früh ausgebucht. In Regionalzügen ist die Radmitnahme in der Regel ohne Reservierung möglich, zu Stoßzeiten aber begrenzt.

Die einzelnen Streckenabschnitte

Das Profil der Route
- Distanz: 2026 etwa 827 km und 4.627 Höhenmeter; die Linie 2027 prüfen wir bei Testfahrten neu
- Charakter: zwei Höhenblöcke (Schwarzwald mit Schauinsland, Hunsrück), dazwischen lange Ebenen, Städte, Industrie und der Niederrhein
- Anspruch: hoch – Kondition, Nachtfahrt und Selbstversorgung über längere Lücken
- Biwak-Ausrüstung ist Pflicht – als Sicherheitsreserve, auch bei geplanten Hotelübernachtungen
Von Basel nach Kleve – seit 1894 ein Mythos
Das war kein Sonntagsausflug: ab 1894 war Basel–Kleve einer der meistbeachteten Fernfahrt-Klassiker in deutschsprachichigem Raum. Eine kaum vorstellbare Distanz, teils miserable Wege, Material am Limit, Fritz Opel gewann im Sprint um Sekunden – und die Hersteller nutzten jeden Zentimeter Zeitungsspalte, um „ihre“ Wahrheit zu erzählen. Fakt: Basel–Kleve war Bühne für Technikbeweise, Markenstolz und verdammt viel Pathos. Genau deshalb funktioniert das Format heute wieder – als Gravel-Revival auf Wegen, die dem Flair von damals am nächsten kommen: ehrlich, lang, eigenständig.
- Winding gravel hiking path, a bench under a tree and meadows in a valley in the Black Forest on a sunny summer day. Menzenschwand, Baden-Württemberg, Germany
- Loreley Rock Rhine Valley Germany Scenic Landscape Panoramic View
- View of the old, beautiful city of Heidelberg
- Wilde Auenlandschaft am Oberrhein
- Aerial view on the Schwanenburg castle in Cleves, Germany
Damals
Basel–Kleve: Aufbruch, Kampf, Triumph
Ein Volksfest in Kleve
Was in Kleve folgte, war eine Feier, die ihresgleichen suchte. Die kleine Stadt verwandelte sich in eine Metropole des Sports: Häuser mit Girlanden und Fahnen geschmückt, Böllerschüsse kündigten die Ankunft der Fahrer an, Zehntausende säumten die Straßen. Als Opel durchs Ziel schoss, trug ihn der Jubel wie einen Helden. Am Abend gab es Gartenkonzerte, Feuerwerke und Tanz – eine ganze Stadt im Ausnahmezustand. Für ein paar Tage zählte Kleve doppelt so viele Bewohner wie sonst, Gasthäuser und Säle waren überfüllt, sogar von einer „kleinen Hungersnot“ berichteten die Zeitungen.Mehr als ein Rennen
Basel–Kleve war ein Grenzgang zwischen Mensch und Maschine, zwischen Ordnung und Chaos, zwischen sportlichem Ernst und Feststimmung. Es war:- ein Testfeld der Technik – von Brennabor- und Victoria-Rädern bis zu Continental-Pneumatic-Reifen, die im Ziel als Sieger glänzten.
- ein Drama auf der Straße – mit Stürzen, Defekten und Tricks, die später zu Mythen wurden.
- ein gesellschaftliches Ereignis – das eine Kleinstadt in eine Weltbühne verwandelte.
Mythen & Legenden von Basel–Cleve
Großartiger Erfolg – und die Saat der Skandale
Die erste PR-Schlacht des Radsports
Was folgte, war ein einmaliges Schauspiel: Anzeigen, Erklärungen, Gegenerklärungen – ein Medienkrieg, wie man ihn bis dahin nicht kannte.- Seidel & Naumann warfen Opel vor, mit Radwechsel zum Sieg gekommen zu sein.
- Opel konterte öffentlich, verwies auf seine eigene Erklärung und drehte die Vorwürfe um: Vielleicht seien die Defekte der Konkurrenz gar kein Zufall gewesen – sondern Folge von Nägeln auf der Strecke.
Der ewige Zweite: Max Reheis
Mitten in diesen Wirren stand ein Mann, der zur tragikomischen Legende wurde: Max Reheis aus Wasserburg. Talentiert, ehrgeizig, aber vom Pech verfolgt. Mal brach der Sattel, mal das Rad. Nach Basel–Cleve erklärte er sogar, er sei in einem Gasthof eingesperrt worden – und habe die Tür aufsprengen müssen, um weiterfahren zu können. Die Sportpresse machte sich über seine „Ausreden“ lustig. Doch in seiner Heimatstadt wurde er gefeiert, mit Musikzügen, Festumzügen und Ehrenabenden. Reheis verkörperte, was Basel–Cleve ausmachte: den Kampf zwischen Heroismus und Skandal, Ruhm und Zweifel.Ein Rennen wird zur Legende
Basel–Cleve war nicht nur ein sportliches Experiment. Es war ein Spiegelbild seiner Zeit:- Technischer Fortschritt: Pneumatic-Reifen und Maschinen wie von Opel und Naumann zeigten, was möglich war.
- Knappe Dramen: Opel gegen Gutknecht, ein Sprint nach 620 Kilometern.
- Skandale & Geschichten: von angeblichen Radwechseln bis zu Nagelattacken, von eingesperrten Fahrern bis zu wilden Ausreden.
Die Geschichte von Basel–Kleve
Ein Pionierstück von der Schweiz bis in die Niederlande Die Distanzradfahrt Basel–Kleve, erstmals im September 1894 ausgetragen, gilt als die erste große Süd–Nord-Langstreckenfahrt des deutschsprachigen Raums. Während Wien–Berlin die Ebenen verband und Mailand–München die Alpen bezwang, führte Basel–Kleve mitten durch das Herz des Kaiserreichs – vom Hochrhein an der Schweizer Grenze bis an den Niederrhein.Ein Abenteuer der Weite
Am 15./16. September 1894 stellten sich rund 40 Fahrer in Basel der Herausforderung. Das Ziel lag in Kleve, über 620 Kilometer entfernt. Die Strecke führte zunächst entlang des Hochrheins, dann über Schwarzwald und Taunus, durch die Rheinauen und weiter Richtung Niederrhein. Die Bedingungen waren hart: Schotterpisten, matschige Waldwege, staubige Landstraßen, Kopfsteinpflaster in den Städten. Regen und Kälte taten ihr Übriges. Viele Fahrer gaben bereits nach wenigen Stunden auf, andere kämpften sich erschöpft bis ins Ziel – es war ein Rennen für die Härtesten.Der Sieger: Friedrich Franz „Fritz“ Opel
Nach 27 Stunden und 50 Minuten erreichte der erst 19-jährige Fritz Opel als Erster das Ziel. Knapp dahinter: A. Gutknecht (Mülhausen im Elsass), nur Sekunden zurück, und Hermann Weiss (Nürnberg) als Dritter. Bemerkenswert: Alle drei fuhren auf den neuen Continental-Pneumatic-Reifen – eine technische Innovation, die der Firma einen immensen Werbeerfolg brachte. Der Sieg eines Opel, auf Continental-Reifen, in einem Rennen mit kaiserlichem Preis – das war mehr als Sport, das war Symbolpolitik und Technologiegeschichte zugleich.Ein Rennen von nationaler Bedeutung
Die Distanzfahrt stand unter hoher gesellschaftlicher Aufmerksamkeit. Der Preis für den Sieger war vom Kaiser persönlich gestiftet, was dem Rennen besonderen Glanz verlieh. Basel–Kleve wurde so zu einem Repräsentationsereignis des Kaiserreichs: Radfahren war nicht mehr bloß Freizeitvergnügen oder Sport für eine kleine Elite, sondern ein Schaufenster für Leistungsfähigkeit, Technik und nationale Moderne.Im internationalen Kontext
Verglichen mit den damals bereits etablierten Klassikern wie Bordeaux–Paris (1891, über 560 km) oder Paris–Brest–Paris (1891, 1.200 km), positionierte sich Basel–Kleve als deutsche Antwort auf die großen Fernfahrten.- Wien–Berlin (1893) bewies die Kraft der Ebenen.
- Mailand–München (1894) wagte den Sprung über die Alpen.
- Basel–Kleve (1894) spannte die Linie quer durchs Reich – ein Symbol für Einheit und Weite.
Rad und Automobil – eine verflochtene Moderne
Basel–Kleve war auch ein Kapitel jener Zeit, in der Rad- und Automobilgeschichte noch eng miteinander verbunden waren.- Die Familie Opel betrieb um 1900 die größte Fahrradfabrik Europas, ehe sie ins Automobilgeschäft einstieg und später mit Raketenwagen experimentierte.
- In Frankreich führte ein Sportjournalist und ehemaliger Radrekordfahrer, Henri Desgrange, ein ähnliches Erbe fort: Er gründete die Tour de France als Marketinginstrument für die Automobilzeitung L’Auto.
- Was im Fahrradrennen begann, fand im Automobilrennen seine Fortsetzung: Geschwindigkeit, Technik, Fortschritt – dieselben Versprechen, nur auf einem neuen Terrain.
Vom Fortschritt zur Mobilitätswende
Basel–Kleve steht heute in einem neuen Licht. Die Distanzfahrt markiert nicht nur den Beginn einer deutschen Radsporttradition, sondern auch den Moment, an dem sich Technikgeschichte am Scheideweg befand: Fahrrad und Automobil entwickelten sich aus denselben Wurzeln, gingen aber später sehr unterschiedliche Wege. Während das Auto zum deutschen Mythos wurde – mit all seinen Ambivalenzen –, ist das Fahrrad heute wieder Symbol einer neuen Moderne: nachhaltig, zugänglich, grenzenlos. Im Zeitalter der Mobilitätswende zeigt Basel–Kleve, dass es Alternativen gibt: nicht das Auto als Fetisch der Selbstbewegung, sondern das Rad als Werkzeug echter Freiheit.Palmarès – die frühen Sieger
- 1894: Fritz Opel (Deutschland)
- weitere Jahre: u. a. Hermann Weiss (Nürnberg), A. Gutknecht (Mülhausen) – Siegerlisten fragmentarisch überliefert.
Fortsetzungen und Vermächtnis
Basel–Kleve wurde nach 1894 noch mehrfach wiederholt und galt in den 1890er Jahren als dritte Säule der Distanzfahrten neben Wien–Berlin und Mailand–München. Später verschwand es vom Kalender, verdrängt durch neue Formate und den zunehmenden Straßenverkehr. Doch im Rückblick bleibt Basel–Kleve ein Schlüsselereignis:- ein Pionierstück des deutschen Radsports,
- ein Zeugnis technologischer Innovation,
- und ein frühes Kapitel der modernen Mobilitätsgeschichte.
Basel–Kleve 2027: häufige Fragen
Wann ist Basel–Kleve 2027?
Gemeinsamer Start ist am Samstag, 25. September 2027, um 10 Uhr in Basel (Kleinbasel). Check-in mit Tracker-Ausgabe ist am Vorabend, Freitag, 24. September, in Basel. Die Finisherparty ist das offizielle Ende.
Wie lang ist die Strecke?
Rund 830 km und 4.600 Höhenmeter, von der Schweiz durch Frankreich und Deutschland den Rhein hinab bis an den Niederrhein – auf der Linie der Distanzfahrt Basel–Cleve von 1894. Der Großteil der Höhenmeter liegt in zwei Blöcken. Die Angaben beziehen sich auf die Referenzroute der letzten Ausgabe; für 2027 prüfen wir sie neu, den finalen Track gibt es in der Eventwoche.
Wie ist das Gelände?
Schotter- und Forstwege, Deiche und Uferwege, zwei hügelige Blöcke und lange flache Abschnitte am Rhein. Pflicht sind Reifen ab 35 mm; wir empfehlen so breit, wie der Rahmen erlaubt.
Ist das ein Rennen? Gibt es ein Zeitlimit?
Nein. Es gibt kein Ranking und kein formales Zeitlimit. Die Finisherparty ist das offizielle Ende; wer später mit vollständig dokumentierter Strecke ankommt, ist genauso Finisher:in. Die Route ist so angelegt, dass realistisch bis zur Party ankommt, wer zuvor eine regionale Grevet-Serie erfolgreich gefahren ist – eine Garantie ist das nicht.
Ist die Fahrt selbstversorgt?
Ja. Du trägst, was Du brauchst, und versorgst Dich unterwegs selbst – einen Begleit-, Abhol- oder Rettungsdienst gibt es nicht. Alle fahren mit GPS-Tracker. Unser Medienteam ist auf der Strecke unterwegs, kann aber niemanden durchgehend begleiten.
Was brauche ich für die Teilnahme?
Langstreckenerfahrung auf dem Gravelbike – idealerweise eine erfolgreich gefahrene regionale Grevet-Serie. Pflicht sind Versicherung, Licht und Ausrüstung für ein Notbiwak; eine ärztliche Bescheinigung empfehlen wir. Details stehen in Regeln und AGB.
Was kostet die Teilnahme?
Der Startplatz kostet solo ab 250 € (Frühbucher bis 28. Februar 2027, danach 265 €), im Duo 245 € und im Quartett 230 € pro Person – jeweils zuzüglich 50 € Tracker-Pfand (rückzahlbar).
Wie komme ich nach Basel und von Kleve zurück?
Mit Bahn oder Fernbus: Basel ist ein großer Bahnknoten, Kleve ist über die Niederrheinstrecke angebunden. Mehr in den Anreise-Infos auf dieser Seite.
Passt die Fahrt zu Dir?
Schreib uns über das Kontaktformular, gern mit ein paar Sätzen zu Deinem Hintergrund und Deinen Vorerfahrungen. Wir beraten Dich persönlich zu Vorbereitung, Ausrüstung und der Frage, ob diese Linie zu Dir passt.













