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Hans Ludwig — Sieger der Fernfahrt Wien–Berlin 1908 und Gesamtsieger von Quer durch Deutschland 1911. Ein Distanzfahrer, der über das Distanzfahren schrieb.

Hans Ludwig gehörte um 1908–1911 zu den führenden deutschen Straßen- und Distanzfahrern. Bekannt ist er zugleich als Autor des Fachbuchs „Der Straßenrennfahrer“ (Frankfurter Druckerei-Gesellschaft, um 1911) — einer der wenigen Primärstimmen zur Trainings- und Lebenspraxis des frühen Distanzradsports. Dass er aus eigener Erfahrung schrieb, belegt das Buch selbst.

Was gesichert ist

Wien–Berlin 1908, Sieger (Fernfahrt über 600 km). Aus dem Buch: „Ich selbst fuhr meine ersten Rennen auf Drahtreifen und konnte Wien-Berlin 1908 auf solchen gewinnen.“ Unabhängig bestätigt durch eine zeitgenössische Excelsior-Anzeige im selben Band: „Wien–Berlin Fernfahrt über 600 km wurde im Jahre 1908 auf Excelsior-Pneumatic von Hans Ludwig gewonnen.“

Wien–Berlin 1908 und 1911 gefahren. „Ich selbst benutzte bei Wien-Berlin 1908 eine 80 Zoll hohe Uebersetzung, 1911 bei demselben Rennen aber nur eine solche von 67½ Zoll.“

Quer durch Deutschland 1911, Gesamtsieger (1.500 km in sechs Etappen). Bildunterschriften: „Aberger (2) und Ludwig (1) die beiden Ersten der letzten Etappe“ und „Ludwig, Sieger im Gesamtklassement“.

Rund um die Gletscher 1911 — im Bild „Wittig und Ludwig“.

„Ich selbst fuhr meine ersten Rennen auf Drahtreifen und konnte Wien-Berlin 1908 auf solchen gewinnen.“— Hans Ludwig, Der Straßenrennfahrer (um 1911), Kapitel „Die Reifen“.

Was offen bleibt

Bürgerliche Lebensdaten und Vereinszugehörigkeit sind noch zu sichern. Die von Kurt Graunke überlieferte Siegerzeit für Wien–Berlin 1908 (28:26:18 Std.) ist im Buch nicht bestätigt und separat aus zeitgenössischen Ergebnislisten zu prüfen.

Was das Buch dokumentiert

Nach eigenem Vorwort füllt „Der Straßenrennfahrer“ eine Lücke: ein Buch, das sich ausschließlich mit dem Straßenfahrer — Training, Lebensweise, Rennen — beschäftigt. Darin datiert Ludwig die rasche Professionalisierung des deutschen Straßensports: 1907 noch Gruppen- oder Einzelstarts, ab 1908 der Massenstart, 1910 die Trennung zwischen Amateuren und Berufsfahrern. Das Buch bespricht reale Rennen der Zeit — Bordeaux–Paris (591 km; im Buch mit dem Sieger Émile Georget abgebildet) und „Rund um Berlin“ (250 km) — und behandelt ausführlich Training und Lebensweise des Fahrers; den stofflichen Teil davon vertieft das Querschnittsthema Essen und Trinken.

Quellen

Hans Ludwig, Der Straßenrennfahrer, Frankfurter Druckerei-Gesellschaft, Frankfurt a. M. (um 1911), 213 S.; Excelsior-Anzeige ebenda. Ergänzend: Ergebnis-Zusammenstellung Kurt Graunke (zu verifizieren).

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