Archiv · Person
Der Chronist, auf dem die deutsche Seite dieses Archivs ruht. Fast jede verlässliche Zahl zu den deutschen Fahrten der 1890er Jahre führt auf sein Buch von 1901 zurück.
Warum ein eigenes Blatt
Robert Höfer veröffentlichte 1901 in Berlin Zwanzig Jahre deutscher Radrennsport. Dieses Archiv zitiert ihn auf den Seiten zu Wien–Berlin 1893, Mainz–Cleve 1892, Basel–Cleve 1894 und zur Staffelfahrt Berlin–Köln. Die am Originalscan geprüfte Starterzahl von Wien–Berlin – 117 statt der später kursierenden 112 – stammt von ihm.
Eine Quelle, die so viel trägt, gehört selbst in den Bestand. Leitfrage: Wer schreibt die Geschichte mit, während sie stattfindet – und mit welchem Interesse?
Was sein Buch ist
Kein Nachschlagewerk, sondern ein Rückblick aus der Mitte der Sache: 1901 geschrieben, über die zwanzig Jahre davor, von jemandem, der dabei war. Höfer gehörte zum Umfeld der Berliner Gründerzeit; er zitiert T. H. S. Walker als Mitstreiter und kommentiert dessen Abgang 1889. Das macht ihn näher an den Ereignissen als jede spätere Darstellung – und zugleich zur Partei.
Was das für die Arbeit bedeutet
Zwei Regeln folgen daraus für dieses Archiv. Erstens: Wo Höfer die einzige Quelle ist, wird er genannt und nicht als allgemein bekannt behandelt. Zweitens: Wo seine Zahlen von anderen abweichen, bleibt die Abweichung stehen – so bei den 112 gegen 117 Startern. Welche Zahl stimmt, entscheidet der Scan, nicht die Autorität.
Was offen bleibt
Über Höfers Person ist hier bisher wenig gesichert: Lebensdaten, Funktion im Berliner Radsport, Verhältnis zu Verband und Fachpresse. Auch unklar, ob er neben dem Buch von 1901 weitere Darstellungen veröffentlichte und wo sein Nachlass liegt. Dieses Blatt stützt sich auf die Zitate, die im Archiv bereits belegt sind, nicht auf eine eigene Recherche zur Person.
Verwandt: T. H. S. Walker · Wien–Berlin 1893 · Presse und Organisation
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