Archiv · Fahrt

Streckenbeschreibung Basel–Cleve 1894
Seite aus der zeitgenössischen Streckenbeschreibung Basel–Cleve (1894). Primärquelle.
Opel-Fünferrad 1894
Opel-„Fünferrad“ (Mehrsitzer), 1894 – zeitgenössische Darstellung aus dem Umfeld der Fahrt.

Basel–Kleve 1894 (zeitgenössisch Basel–Cleve) – war der Saisonschluss: 620 km um den Kaiserpreis. In korrigierter Wertung siegte Opel (Rüsselsheim) in 27:50:00.

Ursprünglich war die Fahrt als Basel–Nijmegen (zeitgenössisch Basel–Nymwegen) geplant — eine rund 650 km lange Linie, die von der Schweiz über Deutschland bis in die Niederlande reichen sollte. Ausgetragen wurde sie dann mit Ziel Kleve. Schon darin zeigt sich der grenzüberschreitende, europäische Anspruch der Distanzfahrten.

Datum: 15.09.1894. Tatsächlicher Zeitstart in St. Ludwig/Saint-Louis; Ziel Kleve. Distanz 620 km (laut Höfer). Kaiserpreis. Feld: 48 gemeldet / 45 gestartet (laut Höfer), 21 Ankommende. Korrigierte Wertung: 1. Fritz Opel 27:50:00; 2. Hermann Weiss 28:06:20; 3. A. Guthknecht 28:39:00.

Kennzahlen: 15.–16.09.1894 (St. Ludwig–Kleve) · 620 km · 45 Starter / 21 im Ziel · Sieger Fritz Opel · 27:50:00.

Was gesichert ist

  • Route über Straßburg, Speyer, Worms, Mainz, Bingen, Koblenz, Köln, Neuss und Xanten; 59 Kontrollstellen. (Neues Münchener Tagblatt, Nr. 263, 20.09.1894, S. 430)
  • Veranstalter war der Deutsche Radfahrer-Bund; Otto Weber wird als Leiter genannt. Schrittmacher einschließlich Tandems waren zugelassen. (Radfahr-Humor, September 1894)
  • Preise: 1. Kaiser-Wilhelm-II.-Ehrenpreis und Goldmedaille; 2. Silberaufsatz der Stadt Kleve und Goldmedaille; 3. Silberpokal der Frauen von Kleve und Goldmedaille. (korrigierte Preis-/Ergebnisliste, Radfahr-Humor)
  • Belegt sind Gegenwind und Nachtnebel. Die Buchüberlieferung nennt die Fahrt durchgehend „Basel–Cleve (620 km) Kaiserpreis“; von 48 Gemeldeten starteten 45, Sieger „1. Opel (Rüsselsheim) 27:50:00“. (Höfer, 1901, S. 58)
„… ein sprechender Beweis für den hohen Wert eines Tandems als Schrittmacher.“

Oswald Grüttner, Radfahr-Humor, September 1894 (Transkription im Grevet-Quellenbestand).

Was offen bleibt

  • Die unmittelbare Zielmeldung sah Opel, Guthknecht, Weiss; die korrigierte Nettozeitwertung lautet Opel, Weiss, Guthknecht. Unterschiedliche Gruppenstarts erklären einen Teil, aber nicht alle Zeitdifferenzen.
  • Die Schreibweise „Adolf Gutknecht“ ist unbelegt; der signierte Bericht nennt Arthur Guthknecht, die Ergebnisliste A. Guthknecht.
  • Der Vorname „Fritz“ ist bei Höfer nicht belegt (dort nur „Opel (Rüsselsheim)“); die Identifizierung als Friedrich Franz „Fritz“ Opel stützt sich auf andere Quellen.
  • Höfer nennt die Fahrt ausschließlich „Basel–Cleve“; die Variante „St. Ludwig–Cleve“ kommt im Buch nicht vor, obwohl der Zeitstart in St. Ludwig lag.
  • Moderne Erzählungen von starkem Regen am Renntag sind durch die gesichteten Renntagberichte nicht gedeckt; Behauptungen zu Radwechsel und Nägeln stammen aus einem Herstellerstreit und sind als Werbung zu behandeln.

Quellen

Höfer, Zwanzig Jahre Deutscher Rad-Rennsport (1901), S. 58 · Neues Münchener Tagblatt, Nr. 263, 20.09.1894, S. 430 · Radfahr-Humor, September 1894.

Fahrer: Fritz Opel (Sieger) und Max Reheis (Vierter). Vorgängerfahrt: Mainz–Kleve 1892.
Heute fahren wir diese Linie wieder: Distanzradfahrt Basel–Kleve.
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