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Um 1890 wurde Ausdauer zugleich auf der Landstraße erprobt und im Labor vermessen. Die Distanzfahrten und die junge Ermüdungsphysiologie stellten dieselbe Frage.
Wie lange kann ein Mensch körperliche Arbeit leisten, und wodurch wird er begrenzt? Auf der Straße beantworteten das die Distanzfahrer mit ihren Körpern; im Labor machte Angelo Mosso die Muskelermüdung mit dem Ergographen messbar (La fatica, 1891). Dass körperliche und geistige Ermüdung zusammengehören – Konzentration, Willensanstrengung, Erschöpfung – war Teil derselben Forschung.
Einen konkreten, dokumentierten Berührungspunkt liefert Philippe Tissié, der den Distanzfahrer Stéphane untersuchte. Bei Mosso dagegen bleibt offen, ob er je einen der großen Distanzfahrer selbst untersucht hat – die Verbindung ist eine historische Interpretation, kein Nachweis einer Zusammenarbeit.
Noch unmittelbarer wird der Bezug in einer Person: Paolo Magretti, Naturforscher und Forschungsreisender (Entomologe), gewann 1876 die erste Mailand–Turin – Wissenschaft und früher Radsport in einem Lebenslauf.
Dieser Beitrag entwickelt eine historische Interpretation; die belegten Fälle stehen in den verlinkten Porträts.
Eine eigene, enger belegte Spur ist das Fahrrad als Messgerät (Marey, Bouny, Krogh). Die moderne Fortsetzung – von Helmholtz und Mosso bis zum Powermeter – zeichnet das Fahrrad-Feuilleton „Der menschliche Motor und seine Werkstatt in Jülich“ (CXBerlin) nach.
Sekundärliteratur (Einordnung, kein Originalbeleg): Anson Rabinbach, The Human Motor. Energy, Fatigue, and the Origins of Modernity (University of California Press, Berkeley 1990); dt. Motor Mensch. Energie, Ermüdung und die Ursprünge der Modernität (Turia + Kant, Wien 2001) – zur Ideengeschichte des Körpers als energetisches, vermessbares System.
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