800 km mit dem Gravelbike von Wien nach Berlin – auf den Spuren von 1893

Start 28. August ’27 10:00 Wien

Wien–Berlin: auf der Linie von 1893

1893 fuhren die Pioniere der Distanzradfahrt in rund 31 Stunden von Wien nach Berlin, auf Straßen, die noch nicht asphaltiert waren. Der Supergrevet folgt ihrer Linie heute auf Schotter- und Waldwegen: durch das Weinviertel und das Thayatal, über das böhmische Hochland und durch die Lausitz bis aufs Tempelhofer Feld. Selbstversorgt, ohne Wertung, mit einem gemeinsamen Start in Wien.

Gruppe von Gravelfahrer:innen auf dem Weg aus Wien hinaus, Morgenlicht
Raus aus Wien: Start der Distanzradfahrt Wien–Berlin 2022

Route · Anforderungen & Ablauf · Leistungen · Anmeldung · Geschichte

Auf einen Blick: Wien–Berlin 2027

Sa, 28. August 2027 · Wien → Berlin · rund 800 km und 7.000 hm · Solo ab 250 € · Gruppen ab 230 € p. P. · zzgl. 50 € Tracker-Pfand

Zur Anmeldung

Alle Eckdaten, Pflichten und Anspruch
StartSamstag, 28. August 2027, 10 Uhr, Wien-Floridsdorf
VorabendFreitag, 27. August, Wien – Anreise am Freitag erforderlich: Check-in und Tracker-Ausgabe sind verpflichtend, das übrige Vorabendprogramm ist freiwillig (Ort und Zeitfenster folgen)
Streckerund 800 km und 7.000 hm, selbstversorgt, gemeinsamer Start, keine Wertung – Referenzlinie 2025, für 2027 neu geprüft
ZielBerlin, Zielort folgt · kein formaler Zielschluss · Finisherparty als offizielles Ende: Termin und Ort folgen
StartplatzSolo 250 € bis 28. Februar 2027, danach 265 € · Duo 245 € und Quartett 230 € pro Person – jeweils zzgl. 50 € Tracker-Pfand (rückzahlbar)
Anmeldunggeöffnet – jetzt Startplatz sichern →
AnspruchDie Linien sind so angelegt, dass Fahrer:innen, die zuvor eine Grevet-Serie erfolgreich durchlaufen haben, eine realistische Chance haben, sie bis zur Finisherparty zu beenden. Eine Erfolgsgarantie ist das nicht.
Pflichtunter anderem Reifen ab 35 mm, Licht, Ausrüstung für ein Notbiwak, Versicherung mit Bergung und Rückholung, Ausweis (AGB Ziff. 11 und 20) · ärztliche Bescheinigung empfohlen · Empfehlung: Bikefitting für eine gute Sitzposition · mehr unter Rad & Ausrüstung und Vorbereitung

Fragen zu Fahrt, Vorbereitung oder Ausrüstung? Schreib uns über das Kontaktformular – gern mit ein paar Sätzen zu Deinem Hintergrund. Wir beraten Dich persönlich.

Verlauf, Länge und Höhenmeter können sich bis zum Start noch ändern, etwa nach Testfahrten oder wegen Sperrungen. Den finalen Track gibt es in der Eventwoche. Maßgeblich sind die AGB.

Die Linie: Karte und Abschnitte

Referenzlinie 2025: etwa 800 Kilometer von Wien-Floridsdorf zum Tempelhofer Feld. Die Linie 2027 prüfen wir bei Testfahrten neu; Abweichungen sind möglich. Sechs Abschnitte, gegliedert nach Versorgungslage – unten bei den Etappen im Detail.

Wien–Berlin Streckenkarte, Linie 2025
AbschnittkmProfilVersorgung
Wien – Znaim~106wellig, rollendgut (Hollabrunn, Znaim)
Znaim – Iglau~94steiler, Hochland bis ~700 mdünn (nur Budwitz)
Iglau – Jungbunzlau~184überwiegend flach, schnellgut in größeren Orten (Kolín, Nimburg)
Jungbunzlau – Zittauer Gebirge~110meiste Höhenmeter, steil, teils losegut (Bělá, Mimoň, Zittau)
Zittauer Gebirge – Senftenberg~117Wellen, dann bergab und flachlückenhaft (Oberlausitz)
Senftenberg – Berlin~189flach, lange Schotterpisten, oft trockenlückenhaft (Finsterwalde, Luckau, Baruth)

Kilometer gerundet aus dem Track der Linie 2025 (798,7 km). Profil und Versorgung als Einordnung aus Streckenbeschreibung und Scouting 2025 – Erfahrungswerte, keine Zusage zu Öffnungszeiten.

*Hinweis zur Strecke: Die beschriebene Linie ist die Referenzroute der letzten Ausgabe. Für 2027 prüfen wir sie bei Testfahrten neu; Verlauf, Länge und Höhenmeter können sich dabei ändern, ebenso wegen Witterung, Fahrbarkeit, Sperrungen oder behördlicher Auflagen. Wir achten darauf, dass Gesamtanstrengung und Fahrzeit im angekündigten Rahmen bleiben. Den finalen Track erhalten alle Teilnehmer:innen in der Eventwoche, zusammen mit dem Streckenhandbuch mit Versorgungs- und Kontrollpunkten – bewusst nicht früher, weil wir die Strecken kurz vor dem Start noch einmal prüfen.

Liebevoll gescoutet: die Etappen

Von den österreichischen Weinbergen über die böhmischen Dörfer und Burgen bis hin zu den endlosen Teich- und Bergbaufolgelandschaften in der Lausitz und den weitläufigen Windradfeldern in der Mark – der Supergrevet bietet eine beeindruckende Vielseitigkeit und führt Dich überwiegend über schnelle Schotterpisten.

Start: Wien Floridsdorf (A)

Wien ist ein attraktiver Startort. Plane bei der Anreise am besten einen Tag extra ein und erkunde vorab die Stadt – zum Beispiel mit einem Besuch im Sigmund Freud Museum in der Berggasse 19. Am Starttag führt die Strecke dann von Floridsdorf über die Donauinsel und auf Schleichwegen entlang der Donau-Auen schnell aus der Stadt hinaus ins Grüne.
Wien–Berlin: auf Feldwegen bei Stockerau, kurz hinter den Donau-Auen

E1 Weinviertel (A)

Österreichs größtes Weinbaugebiet: rollende Hügel, weit offene Landschaft, Kellergassen und Weingärten. Wer hier keine Pause einlegt, ist selbst schuld.

Unterwegs: Schnelle Schotterpisten, ruhige Asphaltstücke und kurze Anstiege mit losem Untergrund wechseln sich ab; das Profil rollt hier eher, als dass es fordert. Nach etwa 60 km bietet Hollabrunn Brunnen, Bäckereien und Gasthöfe – noch ist Samstag, und die Läden haben geöffnet.
Wien–Berlin: auf Waldwegen bei Retz im Weinviertel

E2: Waldviertel: Thayatal und Eiserner Vorhang (A)

Das Thayatal ist eine Schlucht mit Felsformationen, steilen Hangwäldern und zahlreichen Burgen und Ruinen – besonders eindrucksvoll die Burg Hardegg mit ihren Wehrtürmen und die Ruine Kaja. Direkt hinter Hardegg verläuft die Grenze zu Tschechien; erhaltene Panzersperren, Schlagbäume und Stacheldraht machen die Atmosphäre des Kalten Krieges greifbar.

Unterwegs: Spätestens in Znaim (Znojmo) solltest Du Vorräte und Flaschen auffüllen. Danach wird die Versorgung für längere Zeit deutlich dünner.

E3: Hochland (CZ)

Hinter der Grenze schließt der tschechische Nationalpark Podyjí an. Das Hochland ist dünn besiedelt und landwirtschaftlich geprägt – weite Felder, kleine Dörfer, Wald dazwischen. Hier kann man die Seele schweifen lassen, auch wenn das Gelände nach der Grenze deutlich welliger wird.

Unterwegs: Nach der Grenze werden die Anstiege spürbar steiler; markant ist der Mařenka-Hügel mit seinem Aussichtsturm auf etwa 700 m. Zwischen Znaim und Iglau (Jihlava) hat nur Budwitz (Moravské Budějovice) Supermärkte – die erste längere Versorgungslücke, die viele am Samstagabend oder in der Nacht fahren. Die dünne Besiedlung bietet gute Biwakmöglichkeiten; rechne in dieser Höhe auch Ende August mit kühlen Nächten.

E4: Mittelböhmen (CZ)

Mittelböhmen hat eine hohe Dichte an Burgen und Schlössern – und viele schnelle Schotterwege.

Unterwegs: Überwiegend flach und schnell, durch Wälder, über Felder und an vielen Teichen vorbei – hier lässt sich Strecke machen. In Kolín und Nimburg (Nymburk) kannst Du gut nachkaufen, Trinkwasser gibt es in den Orten meist an frei zugänglichen Brunnen. Fällt der Abschnitt auf den Sonntag, hat nicht jeder Laden geöffnet; plane Tankstellen als Rückfallebene ein. In Jungbunzlau (Mladá Boleslav) lohnt eine ausgiebige Pause, denn danach beginnen die Höhenmeter.

E5: Reichenberger Region (CZ)

Im Dreiländereck Deutschland–Polen–Tschechien prägen Berge und Vulkankegel die Reichenberger Region. Weite Ausblicke wechseln sich mit den Verlockungen der deftigen tschechischen Küche ab.

Unterwegs: Ab hier liegen die meisten Höhenmeter der Strecke. Die Burg Bezděz auf ihrem vulkanischen Doppelhügel ist schon von weitem zu sehen; das letzte Schiebestück zum Gipfel gehört nicht zur Pflichtstrecke. Die Anstiege sind teils steil und oft lose – eine Übersetzung von 1:1 oder leichter zahlt sich aus. Versorgung bieten Bělá pod Bezdězem und Mimoň.
Wien–Berlin: Landschaft in Nordböhmen (Symbolbild)

E6: Zittauer Gebirge (D)

Hier liegen traditionell die Kletterpassagen der Distanzfahrt Wien–Berlin: tiefe Schluchten, Felsformationen und weite Ausblicke, dazu Pausenplätze an Quellen und Rastplätzen.

Unterwegs: Felsige Passagen und steile Rampen verlangen auch bergab Aufmerksamkeit. Zittau ist der letzte gute Versorgungsort vor der Lausitz. Wer die Nacht im Bergland verbringt, braucht eine warme Schicht und Biwakausrüstung – auch im August kann es hier empfindlich kühl werden.

E7: Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft (D)

Die zahlreichen Fischteiche im UNESCO-Biosphärenreservat der Oberlausitz sind Sammelpunkt unzähliger Vögel. Auf den Wegen, gesäumt von Schilf und schillernden Seen, lassen sich Seeadler und Eisvögel beobachten oder das Trompeten der Kraniche hören. Riesige Urzeitechsen sind hier nicht (mehr) heimisch, aber der Dinosaurierpark Kleinwelka dürfte manche nostalgisch auf ihre DDR-Kindheit zurückblicken lassen.

Unterwegs: Hinter Zittau folgen noch einige Wellen, dann geht es überwiegend bergab und auf langen Geraden zügig voran. Trotzdem gehört die Oberlausitz zu den längeren Passagen ohne gute Versorgung: Kaufe in den größeren Städten ein, statt auf das nächste Dorf zu setzen. Sonntags haben viele Geschäfte geschlossen – prüfe die im Track markierten Versorgungspunkte, auch solche abseits der Linie. Senftenberg ist die letzte gute Gelegenheit vor der Bergbaufolgelandschaft.

E8: Niederlausitzer Bergbaufolgelandschaften (D)

Vom Braunkohleabbau geprägt, sucht die Niederlausitz nach einer neuen Rolle. Aus Tagebauen sind weite Seenlandschaften geworden, rostige Tagebaubagger wirken wie Dinosaurier aus der Urzeit, und oft warnen Schilder: „Betreten verboten. Einsturzgefahr“. Die Zukunft scheint grün zu sein: Gute Schotterpisten ziehen sich durch große Solar- und Windparks.

Unterwegs: Hinter Senftenberg wird es einsam. Zwischen Seen, Solar- und Windparks liegt eine der längsten Versorgungslücken der Strecke; mögliche Stopps sind Finsterwalde und Luckau. Zwischen Luckau und Baruth gibt es wenig.

E9: Windräder und Kiefernmonokulturen (D)

Ausrollen bei geringer Reizdichte – so ließe sich die letzte Etappe durch Brandenburg zusammenfassen. Eigentlich perfekt zum Runterkommen.

Unterwegs: Ganz ohne Anforderung ist das Ausrollen nicht: Kiefernwald, schnelle Schotterschneisen und alte Militärstraßen durch Wünsdorf führen lange und oft trocken durch die Mark. Sandpassagen gibt es – für Brandenburger Verhältnisse – kaum. Baruth bietet Supermarkt und Tankstelle; bei Wärme lohnt eine zusätzliche Wasserreserve. Hinter Zossen führt die Linie am Rangsdorfer See entlang auf die Stadtgrenze zu.

Ziel: Berlin Tempelhof (D)

Schon 1893 endete die Distanzradfahrt Wien–Berlin beim Zollhäuschen auf dem Tempelhofer Feld. Das Häuschen steht nicht mehr, aber das stillgelegte Flugfeld ist weiterhin ein guter Endpunkt. Eine Platzrunde sollte auch bei größter Erschöpfung noch drin sein.

Unterwegs: Vom Rangsdorfer See geht es auf den Berliner Mauerweg und über ruhige Wege durch Mariendorf und am Südgelände entlang Richtung Tempelhof. Nach Tagen auf leeren Wegen kommen Kreuzungen, Ampeln und Fußgänger:innen wieder dazu – fahr die letzten Kilometer bewusst konzentriert. Den genauen Zielort für 2027 geben wir rechtzeitig bekannt.

Fotos der Distanzradfahrt Wien-Berlin

Oberflächenprofil
„Gravel“ muss inzwischen für vieles herhalten – bei uns heißt Schotter wirklich Schotter. Die Linie folgt, wo immer es geht, schnellen Schotterpisten sowie Feld- und Waldwegen. Dazu kommen ruhige Asphaltstücke, Pflaster, die typischen Betonplattenwege und Anstiege mit losem Untergrund. Auf wenig befahrene Straßen weicht sie nur für unvermeidliche Verbindungsstücke aus.

Anspruchsvoll wird es selten, dann aber spürbar: Die meisten Höhenmeter und einzelne grobe, steinige Rampen liegen zwischen Jungbunzlau und Zittau. In Brandenburg rollen die Wege lang und schnell, nach trockenen Wochen aber auch mit sandigen Passagen – nicht umsonst heißt das Finale bei uns „Sandenburg“. Hinter Baruth führen alte sowjetische Militärstraßen durch Wünsdorf.

Die Strecke ist vollständig gescoutet und wird meist kurz vor dem Start noch einmal abgefahren. Mit waldtypischen Hindernissen wie umgestürzten Bäumen oder Wegen, die nach der Holzernte zerfahren sind, musst Du trotzdem rechnen – dann einfach mit Verstand umfahren.

Geplant haben wir die Route mit dem kostenlosen CXB Routenplaner. Er basiert auf Open-Source-Werkzeugen und ist fürs Gravelfahren angepasst: Schotterwege werden europaweit hervorgehoben, sodass Du sie gezielt einplanen kannst. Ausführlich getestet haben wir ihn rund um Berlin und beim Scouting für Wien–Berlin. Versorgungspunkte wie Supermärkte, Tankstellen und Schutzhütten stehen als POI direkt im Track.
Höhenprofil
Das Höhenprofil ist überwiegend wellig, mit kurzen, teils steilen Rampen statt langer Pässe. Spürbar steiler wird es hinter der österreichisch-tschechischen Grenze im Böhmisch-Mährischen Hochland und erneut zwischen Jungbunzlau und dem Zittauer Gebirge, wo die meisten Höhenmeter der Strecke liegen. Danach geht es überwiegend bergab und flach durch die Lausitz und Brandenburg – leichter wird es dort vor allem im Profil, nicht bei Versorgung und Untergrund.
Strecke
Wie sich die Linie Abschnitt für Abschnitt fährt, beschreiben wir oben bei den Etappen. Das Video zeigt einen Eindruck von der Strecke.
Dein Rad: Materialanforderungen
Für die Strecke empfehlen wir Dir ein gut gewartetes Gravel-, Cyclocross- oder Abenteuer-Rad; auch ein MTB (Hardtail) funktioniert. Ein klassisches Rennrad mit maximal 25 mm Reifenbreite ist nicht geeignet. Bei Trockenheit ist ein Allroadbike überwiegend eine gute Wahl, bei Regen und Schlamm solltest Du dagegen jeden verfügbaren Millimeter Reifenbreite nutzen ; in Brandenburg sind die Wege lang und bei Trockenheit staubig. Die Strecke hat breite Waldwege, schnelle Abfahrten auf staubigen Pfaden und kurze, geschotterte Rampen, die oben auch gröber werden können. Scheibenbremsen geben Dir ausreichend Bremskraft. Empfohlen sind Reifen zwischen 35 und 45 mm, je nach Geländeerfahrung als Semislick oder mit Profil; wer mehr Komfort möchte, wählt die breitere Variante. Die Anstiege sind eher kurz, aber abschnittsweise steil – wir empfehlen deshalb eine Übersetzung von 1:1 oder leichter.
Anreise

Anreise am Vorabend

Wir gehen davon aus, dass Du bereits am Vorabend in Wien ankommst – damit Du am Starttag ausgeschlafen und ohne Zeitdruck losfährst. An diesem Abend findet unser Vorabendprogramm statt: Anmeldung, kurzes Briefing und Tracker-Ausgabe (genauer Ort und Uhrzeit folgen rechtzeitig vor dem Start). Anreise und Check-in sind am Freitag verpflichtend – ohne Freitags-Check-in und Tracker-Ausgabe ist kein Start möglich.

Der Startpunkt liegt unweit des Bahnhofs Wien Floridsdorf im 21. Bezirk und ist mit Regionalzug, S- und U-Bahn sowie mit dem Rad ab Wien Hauptbahnhof gut erreichbar.

Mit Bahn und Rad: Von Berlin fahren Tages- und Nachtzüge nach Wien, darunter der ÖBB Nightjet. Fahrradplätze sind in Fern- und Nachtzügen in der Regel reservierungspflichtig und oft früh ausgebucht. Buche deshalb früh und prüfe die Radmitnahme für Deine Verbindung direkt bei ÖBB oder DB. Alternativ kannst Du das Rad in einer Transporttasche verpacken; ob es dann als Gepäckstück gilt, hängt von Maßen und Betreiber ab.

Mit dem Fernbus: Einige Fernbuslinien bieten buchbare Radplätze an, die Zahl ist aber begrenzt. Prüfe die Verfügbarkeit bei der Buchung, zum Beispiel bei FlixBus.
Unterbringung
Die Unterkunftsmöglichkeiten in Wien sind zahlreich. Achte bei der Wahl darauf, wo Du Dein Rad über Nacht sicher abstellen kannst, und frag im Zweifel vorher nach. Gute Erfahrungen haben wir bei früheren Wien-Besuchen mit dem Design-Hotel Rioca gemacht. Wer es stilecht mag: 2022 hat unser Team auf dem Campingplatz Neue Donau übernachtet – etwas laut, aber gut gelegen, mit kurzen Radwegen in die Innenstadt und zum Start. Ob eine Reservierung nötig ist, prüfe bitte direkt beim Betreiber.
Abreise
Das Ziel war 1893 das Zollhäuschen auf dem Tempelhofer Feld. Das Häuschen steht nicht mehr; vom Feld kommst Du mit U- und S-Bahn zum Hauptbahnhof weiter.

Wien – Berlin erklärt

Die Selbstversorgerfahrt durch Österreich, Tschechien und Deutschland belebt den vergessenen Radsportklassiker Distanzradfahrt Wien – Berlin neu.
1893 zeigte die Distanzradfahrt Wien–Berlin, was das Fahrrad leisten kann: Josef Fischer brauchte für die 582,5 Kilometer rund 31 Stunden. Gefahren wurde auf Straßen, die noch nicht asphaltiert waren – ein Gravel-Event avant la lettre. Der Supergrevet Wien–Berlin knüpft daran an: Original Long Distance Cycling.
Auf Schotterwegen entlang der Originalcheckpoints
Die Originalroute haben wir anhand historischer Dokumente rekonstruiert. Wo sie heute unter Bundesstraßen und Autobahnen liegt, weichen wir auf Schotter- und Waldwege aus und bleiben möglichst nah an den ursprünglichen Kontrollorten. Deshalb ist die Linie mit rund 800 Kilometern deutlich länger als die Strecke von 1893 – und dem Charakter der damaligen Fahrt näher als die heutige Straße.

Das Tempo bestimmst Du

Ob Du der Zeit von Josef Fischer – rund 31 Stunden – nachjagst oder unterwegs vor allem Landschaft und Menschen genießen willst: Dein Tempo bestimmst Du selbst. Alle starten gemeinsam am Samstag um 10 Uhr; danach entscheidest Du, wann Du fährst, pausierst und schläfst. Für die meisten bedeutet das mindestens eine Nacht unterwegs, oft zwei. Plane Licht, eine warme Schicht und Deine Versorgung deshalb nach den Lücken, die wir bei den Etappen beschreiben. Iss auf langen Strecken kontinuierlich, bevor Du hungrig wirst, und trink, bevor Du durstig bist.

Werde Teil der Radsportgeschichte

Gravel ist nicht bloß die neueste Mode aus den USA, sondern hat eine über hundert Jahre alte Geschichte – und die weitgehend vergessene Distanzradfahrt Wien–Berlin gehört dazu. Der Supergrevet ist deshalb keine beliebige Gravelrunde, sondern ein Radklassiker, um den sich viele Mythen ranken. Ein Jahr nach dem Distanzritt zwischen den beiden Kaiserstädten zeigte die Fahrt 1893, wie viel schneller das Fahrrad war als das Pferd, und trug zum Fahrradboom in Österreich und Deutschland bei.
Zielbild von Josef Fischer 1893 vorm Tempelhofer Zollhäuschen

Die Geschichte der legendären Distanzradfahrt Wien–Berlin 1893: Ein Meilenstein des Radsports

Die legendäre Distanzradfahrt Wien–Berlin im Jahr 1893 markierte den Beginn einer neuen Ära für den Straßenradsport in Deutschland und Österreich. Inspiriert durch den Erfolg eines Distanzritts zwischen den beiden Städten, traten am 29. Juni 1893 mutige Radfahrer auf einer 582,5 Kilometer langen Strecke gegeneinander an. Von Wien bis Berlin durchquerten sie unbefestigte Straßen und waren den Naturgewalten ebenso ausgeliefert wie der Erschöpfung. Der Münchener Josef Fischer übernahm die Führung und triumphierte als erster in Berlin, nachdem er die Strecke in rund 31 Stunden bewältigt hatte. Die Ankunft der Sieger löste bei tausenden Zuschauern Begeisterung aus und zeigte eindrucksvoll, dass das Fahrrad das Pferd in Sachen Geschwindigkeit und Ausdauer überholen konnte. Die Fahrt bewies nicht nur die Belastbarkeit der damals neuen Luftreifen, sondern weckte auch eine breite Begeisterung für das Radfahren als Sport und Fortbewegungsmittel. Hersteller wie Opel und Michelin nutzten den Erfolg für Werbekampagnen und stifteten Sachpreise für die Teilnehmer. Die Distanzfahrt führte zu einem Fahrradboom und gilt als Wegbereiter für die moderne Fahrradkultur. Seit 2022 fahren Radsportbegeisterte die Strecke als Supergrevet wieder – auf Schotterwegen, als Hommage an die Pioniere von damals.

Partner und Support

Teamwork makes the dream work!

Wien–Berlin 2027: häufige Fragen

Wann ist Wien–Berlin 2027?

Gemeinsamer Start ist am Samstag, 28. August 2027, um 10 Uhr in Wien-Floridsdorf. Check-in mit Tracker-Ausgabe ist am Vorabend, Freitag, 27. August, in Wien. Die Finisherparty in Berlin ist das offizielle Ende.

Wie lang ist die Strecke?

Rund 800 km und 7.000 Höhenmeter durch Österreich, Tschechien und Deutschland – auf der Linie der Distanzfahrt Wien–Berlin von 1893. Die Angaben beziehen sich auf die Referenzroute der letzten Ausgabe; für 2027 prüfen wir sie neu, den finalen Track gibt es in der Eventwoche.

Wie ist das Gelände?

Schotter- und Forstwege, ruhige Nebenstraßen, Flusstäler, das Zittauer Gebirge und lange, trockene Wege in Brandenburg. Pflicht sind Reifen ab 35 mm; wir empfehlen so breit, wie der Rahmen erlaubt.

Ist das ein Rennen? Gibt es ein Zeitlimit?

Nein. Es gibt kein Ranking und kein formales Zeitlimit. Die Finisherparty ist das offizielle Ende; wer später mit vollständig dokumentierter Strecke ankommt, ist genauso Finisher:in. Die Route ist so angelegt, dass realistisch bis zur Party ankommt, wer zuvor eine regionale Grevet-Serie erfolgreich gefahren ist – eine Garantie ist das nicht.

Ist die Fahrt selbstversorgt?

Ja. Du trägst, was Du brauchst, und versorgst Dich unterwegs selbst – einen Begleit-, Abhol- oder Rettungsdienst gibt es nicht. Alle fahren mit GPS-Tracker. Unser Medienteam ist auf der Strecke unterwegs, kann aber niemanden durchgehend begleiten.

Was brauche ich für die Teilnahme?

Langstreckenerfahrung auf dem Gravelbike – idealerweise eine erfolgreich gefahrene regionale Grevet-Serie. Pflicht sind Versicherung, Licht und Ausrüstung für ein Notbiwak; eine ärztliche Bescheinigung empfehlen wir. Details stehen in Regeln und AGB.

Was kostet die Teilnahme?

Der Startplatz kostet solo ab 250 € (Frühbucher bis 28. Februar 2027, danach 265 €), im Duo 245 € und im Quartett 230 € pro Person – jeweils zuzüglich 50 € Tracker-Pfand (rückzahlbar).

Wie komme ich nach Wien und von Berlin zurück?

Mit Bahn oder Fernbus: Wien und Berlin sind gut ans Bahnnetz angebunden, auch mit Nachtzügen. Mehr in den Anreise-Infos auf dieser Seite.

Passt die Fahrt zu Dir?

Schreib uns über das Kontaktformular, gern mit ein paar Sätzen zu Deinem Hintergrund und Deinen Vorerfahrungen. Wir beraten Dich persönlich zu Vorbereitung, Ausrüstung und der Frage, ob diese Linie zu Dir passt.

Zur Anmeldung