Archiv · Fahrer
Der Grazer, der 1893 bei Wien–Berlin als Dritter erster Österreicher im Ziel war – und dessen Rückblick zeigt, wie sich Erinnerung, Rennbericht und Ergebnisliste unterscheiden.
Person und Forschungsfrage
Franz Gerger war ein österreichischer Distanzfahrer der Pionierzeit. Die Leitfrage seines Porträts: Der Fahrer als Zeitzeuge – wie verhalten sich eigene Erinnerung, zeitgenössischer Rennbericht und nüchterne Ergebnisliste zueinander?
Bezug zum Distanzfahren
Gerger gehört zu mehreren Einträgen dieses Archivs: Bei Wien–Berlin 1893 wurde er Dritter und erster Österreicher im Ziel. Bei Mailand–München 1894 riss ihm zwischen Salurn und Bozen die Kette; er ging eine Stunde im Sturm zu Fuß, bis ihm in Branzoll ein Fleischer sein Rad lieh, und fuhr weiter. 1895 wurde er bei Petersburg–Moskau Zweiter (auf Styria).
Der Fahrer als Zeitzeuge
Von Gerger liegt ein später verfasster Erlebnisbericht zur ersten Wien–Berlin vor. Er ordnet, verdichtet und deutet – das macht ihn als Quelle wertvoll und zugleich prüfbedürftig: Ein Rückblick ist kein unmittelbarer Rennbericht. Genau an diesem Nebeneinander lässt sich zeigen, wie historisches Wissen entsteht.
Quellen
Gergers Erlebnisbericht (bei Grevet veröffentlicht, später verfasst); zeitgenössisch die Allgemeine Sport-Zeitung 1893/1894 und die Styria-Anzeige 1895 (ASZ Nr. 57, 11.8.1895). Ein Abgleich der drei Quellenarten steht aus.
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